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Ärztlich begleitetes Abnehmen · Selbstzahlerleistung

Medikamentöse Gewichtsreduktion — sicher ärztlich begleitet.

Die Abnehmspritze (GLP-1) kann beim Gewichtsverlust helfen — aber nur mit der richtigen Einstellung und engmaschiger Betreuung. In unserer Praxis begleiten wir Sie persönlich: von der individuellen Dosierung bis zum sicheren Umgang mit Nebenwirkungen.

Wirkweise

Was ist die Abnehmspritze?

Medikamentöse Gewichtsreduktion, ärztlich begleitet — was das konkret bedeutet.

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid ahmen ein körpereigenes Darmhormon nach. Sie verlangsamen die Magenentleerung und dämpfen das Hungergefühl — Sie fühlen sich länger satt und essen automatisch weniger.

Die Wirkung ist gut untersucht. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und gehört in ärztliche Hand. Es ersetzt keine Lebensstiländerung, sondern unterstützt sie — begleitet von Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung.

Eine medikamentöse Gewichtsreduktion ist damit kein Ersatz für eigene Anstrengung, sondern ein Werkzeug, das sie wirksam macht. Sicher wird sie erst, wenn sie ärztlich begleitet wird: mit einer Untersuchung vor dem ersten Rezept, einer vorsichtigen Eindosierung und regelmäßigen Kontrollen im Verlauf — genau so, wie wir es in unserer Praxis halten.

Wirkstoffe im Vergleich

Nicht jede Spritze ist gleich.

Vier Präparate stehen derzeit zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in Wirkstoff, Anwendung, Wirkstärke und Verträglichkeit. Welches für Sie infrage kommt, hängt von Ihrem Befund, Ihren Begleiterkrankungen und Ihrem Alltag ab — und nicht zuletzt von der Verfügbarkeit.

Wirkstoff Anwendung Gewichtsabnahme in Studien Einordnung
Semaglutid
Wegovy, Spritze
1× pro Woche, subkutan rund 15 % in 68 Wochen (STEP 1) Der am längsten etablierte Wirkstoff zur Gewichtsreduktion. Gut untersuchte Datenlage, auch zu Herz-Kreislauf-Ereignissen.
Semaglutid
Wegovy, Tablette
1× täglich, oral rund 13,6 % in 64 Wochen (OASIS 4) Seit September 2026 in Deutschland erhältlich, EU-Zulassung Juli 2026. Einnahme nüchtern mit strengen Vorgaben zu Wartezeit und Wassermenge.
Tirzepatid
Mounjaro
1× pro Woche, subkutan rund 21 % in 72 Wochen (SURMOUNT 1) Wirkt auf zwei Rezeptoren (GLP-1 und GIP). In Studien die stärkste Gewichtsabnahme, oft auch stärkere Magen-Darm-Beschwerden in der Eindosierung.
Liraglutid
Saxenda
1× täglich, subkutan rund 8 % in 56 Wochen (SCALE) Älterer Wirkstoff, tägliche Injektion, geringere Wirkstärke. Heute meist nur noch in besonderen Situationen erste Wahl.

Die Studienwerte sind Mittelwerte aus Zulassungsstudien und lassen sich nicht auf den Einzelfall übertragen. Alle Präparate wirken nur in Kombination mit reduzierter Energiezufuhr und mehr Bewegung. Die Auswahl treffen wir gemeinsam im Erstgespräch.

Was realistisch erreichbar ist

Zahlen, die wir Ihnen nennen können — und was sie bedeuten.

Erwartungen sind ein wichtiger Teil des Erstgesprächs. Wer mit realistischen Vorstellungen beginnt, bleibt eher dabei und ist weniger enttäuscht, wenn es Phasen ohne Fortschritt gibt.

10–20 %
des Körpergewichts

bei einem Ausgangsgewicht von 100 kg also etwa 10 bis 20 Kilogramm. Die Spanne hängt vom Wirkstoff und der Dosis ab — vor allem aber davon, ob die Ernährung umgestellt und regelmäßig Sport getrieben wird. Alle Präparate sind ausdrücklich nur in dieser Kombination zugelassen; ohne sie bleibt die Abnahme deutlich unter diesen Werten.

4–16
Wochen bis zur Zieldosis

die Dosis wird in festen Schritten gesteigert, damit der Körper sich an das Medikament gewöhnen kann. In dieser Zeit ist die Wirkung noch nicht voll ausgebildet und die Waage bewegt sich langsamer als erwartet. Wie lange das Auftitrieren dauert, hängt vom Präparat und von der Verträglichkeit ab — vertragen Sie einen Schritt schlecht, bleiben wir länger auf der Stufe. Das ist kein Rückschritt.

5 kg
bei 100 kg Ausgangsgewicht

schon eine kleine Abnahme wirkt: Bei 100 Kilogramm Startgewicht verbessern bereits fünf Kilogramm weniger Blutdruck, Blutzucker und Blutfette messbar. Sie müssen also kein Wunschgewicht erreichen, damit die Therapie Ihrer Gesundheit nützt.

Was die Zahlen nicht sagen

Die Streuung ist groß: Manche Menschen verlieren deutlich mehr als der Durchschnitt, andere sprechen kaum auf die Therapie an. Etwa jede zehnte Person gilt als sogenannte Non-Responder — dann besprechen wir einen Wirkstoffwechsel oder einen anderen Weg.

Auch der Verlauf ist selten gleichmäßig. Nach einigen Monaten erreichen viele ein Plateau; das ist keine Fehlbehandlung, sondern eine normale Anpassung des Stoffwechsels.

Ablauf

Schritt für Schritt — von der ersten Frage bis zur Erhaltungsdosis.

Das Erstgespräch und jede Blutabnahme finden immer in der Praxis statt. Verlaufskontrollen können je nach Anlass auch per Videosprechstunde stattfinden — steht eine Blutabnahme oder eine Messung der Körperzusammensetzung an, sehen wir Sie vor Ort.

01

Erstgespräch und Bestandsaufnahme

Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutdruck, EKG und Blutabnahme. Wir klären, ob eine medizinische Indikation vorliegt und ob etwas gegen die Therapie spricht — und besprechen Ihre Ziele.

02

Auswahl des Präparats

Auf Basis von Befund, Begleiterkrankungen, Verträglichkeit, Ihrem Alltag und der aktuellen Verfügbarkeit entscheiden wir gemeinsam, welcher Wirkstoff und welche Darreichungsform passen.

03

Start mit niedriger Dosis

Die Therapie beginnt bewusst unterhalb der wirksamen Dosis. Sie erhalten Rezept, eine Einweisung in die Anwendung und klare Anweisungen, was bei Beschwerden zu tun ist.

04

Auftitrieren über mehrere Wochen

Die Dosis wird in festen Schritten gesteigert, jeweils nach ärztlicher Kontrolle. Vertragen Sie einen Schritt schlecht, bleiben wir länger auf der Stufe oder gehen zurück — Tempo ist kein Qualitätsmerkmal.

05

Verlaufskontrolle alle drei Wochen

Gewicht, Körperzusammensetzung, Laborwerte, Verträglichkeit. Wir schauen nicht nur auf die Waage, sondern auch darauf, ob Muskelmasse erhalten bleibt und die Ernährung trägt.

06

Erhaltungsphase und Perspektive

Ist die Zieldosis erreicht und das Gewicht stabil, werden die Abstände größer. Spätestens hier besprechen wir, wie es langfristig weitergeht — mit oder ohne Medikament.

Nebenwirkungen

Was auftreten kann — und was wir dagegen tun.

Nebenwirkungen sind bei GLP-1-Medikamenten häufig, meist zu Beginn und in der Eindosierung, und in den meisten Fällen beherrschbar. Wir sprechen sie offen an, damit Sie wissen, was normal ist und wann Sie sich melden sollten.

Häufig, meist vorübergehend

—Übelkeit, besonders in den ersten Tagen nach einer Dosissteigerung
—Verstopfung oder Durchfall
—Bauchschmerzen, Völlegefühl, Aufstoßen
—Erbrechen
—Müdigkeit und Kopfschmerzen
—Appetitverlust bis zur Gleichgültigkeit gegenüber Essen

Selten, aber wichtig zu kennen

—Gallensteine und Gallenblasenentzündung, vor allem bei schneller Abnahme
—Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
—Verschlechterung einer bestehenden diabetischen Netzhauterkrankung
—Unterzuckerung in Kombination mit bestimmten Diabetes-Medikamenten
—Verlust von Muskelmasse bei zu geringer Eiweißzufuhr

Was im Alltag hilft

—kleinere Portionen, langsamer essen, frühzeitig aufhören
—fettreiche und stark gewürzte Mahlzeiten in den ersten Tagen meiden
—über den Tag verteilt ausreichend trinken
—bei Verstopfung: mehr Ballaststoffe, ausreichend trinken und Bewegung
—die nächste Dosissteigerung verschieben, wenn die aktuelle noch nicht gut vertragen wird

Bitte melden Sie sich unverzüglich bei starken, anhaltenden Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ziehen, bei anhaltendem Erbrechen, bei Gelbfärbung der Haut oder Augen oder bei Fieber mit Bauchschmerzen. Solche Beschwerden gehören zeitnah ärztlich abgeklärt. Außerhalb unserer Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall die 112.

Ernährung und Bewegung

Das Medikament nimmt den Hunger. Den Rest gestalten Sie.

GLP-1-Medikamente verringern die Menge, die Sie essen. Sie entscheiden nicht darüber, was Sie essen. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Gewichtsabnahme, die Sie schwächt, und einer, die Sie gesünder macht.

Ernährung: Qualität vor Menge

—Eiweiß zu jeder Mahlzeit — Quark, Eier, Hülsenfrüchte, Fisch, Geflügel. Bei kleiner Essensmenge ist das der wichtigste Punkt.
—Gemüse für Ballaststoffe, Vitamine und Sättigung
—genügend Flüssigkeit: Das Durstgefühl fällt bei vielen mit dem Hungergefühl weg
—wenig Alkohol — er belastet die Leber und liefert Energie ohne Nährwert
—keine extremen Diäten zusätzlich: Die Energiezufuhr sinkt durch das Medikament ohnehin deutlich

Bewegung: zwei Bausteine

—Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche — der wirksamste Schutz gegen Muskelabbau. Auch mit dem eigenen Körpergewicht oder Bändern zu Hause.
—Ausdauer im moderaten Bereich, etwa 150 Minuten pro Woche, gern in Form von Spaziergängen oder Radfahren
—Alltagsbewegung zählt mit: Treppen, Wege zu Fuß, Stehen statt Sitzen
—bei Gelenkbeschwerden oder Herzerkrankungen sprechen wir vorab über die passende Belastung
Muskelmasse erhalten

Abnehmen soll Körperfett kosten, nicht Kraft.

Bei jeder deutlichen Gewichtsabnahme verliert der Körper nicht nur Fett, sondern auch Magermasse — also Muskulatur und Wasser. Je schneller die Abnahme und je geringer die Eiweißzufuhr, desto größer dieser Anteil. Weniger Muskulatur bedeutet weniger Kraft im Alltag, einen niedrigeren Energieverbrauch und damit ein höheres Rückfallrisiko.

Messen statt schätzen

Bei jeder Verlaufskontrolle bestimmen wir nicht nur das Gewicht, sondern auch Körperfett- und Muskelanteil. So sehen wir früh, wenn die Zusammensetzung in die falsche Richtung geht.

Eiweiß priorisieren

Als Orientierung gelten etwa 1,2 bis 1,6 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich — bei Nierenerkrankungen abweichend und immer nach ärztlicher Absprache.

Widerstand setzen

Muskulatur wird nur erhalten, wenn sie gefordert wird. Zwei Krafteinheiten pro Woche genügen als Grundlage; Einstieg und Umfang stimmen wir auf Ihre Situation ab.

Nach dem Absetzen

Die Frage, die zu selten vorher gestellt wird.

Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Das Medikament behandelt sie, es heilt sie nicht. Wird es abgesetzt, kehren Hunger und Sättigungsverhalten weitgehend in den Ausgangszustand zurück.

In der Nachbeobachtung der STEP-1-Studie hatten die Teilnehmenden rund ein Jahr nach dem Absetzen etwa zwei Drittel der verlorenen Kilogramm wieder zugenommen. Das ist kein persönliches Versagen, sondern die erwartbare Reaktion des Körpers.

Deshalb sprechen wir schon im Erstgespräch über die Perspektive: eine längerfristige Therapie mit gegebenenfalls reduzierter Dosis, ein geplantes Ausschleichen mit engen Kontrollen, oder — wenn Sie das Medikament beenden möchten — ein tragfähiges Konzept aus Ernährung, Krafttraining und regelmäßiger Begleitung.

Unser Grundsatz: Wir beginnen keine Therapie, ohne mit Ihnen über ihr Ende gesprochen zu haben. Wer weiß, was nach dem Absetzen passiert, entscheidet anders — und meistens besser.

Für wen geeignet

Wann eine Abnehmspritze medizinisch sinnvoll ist.

Die Abnehmspritze ist ein Medikament mit klarer medizinischer Indikation, keine Lifestyle-Lösung. Ob sie für Sie geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam im ärztlichen Gespräch.

Sinnvoll ist sie vor allem dann, wenn das Gewicht die Gesundheit bereits belastet — etwa bei Typ-2-Diabetes oder einer Vorstufe, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Fettleber, Schlafapnoe oder Gelenkbeschwerden. In diesen Fällen verbessert eine Gewichtsabnahme nicht nur die Zahl auf der Waage, sondern auch die Begleiterkrankungen selbst.

Ebenso kann sie helfen, wenn Ernährungsumstellung und Bewegung über längere Zeit konsequent versucht wurden, das Gewicht aber nicht ausreichend sinkt oder immer wieder zurückkehrt. Dafür gibt es körperliche Gründe: Der Stoffwechsel verteidigt ein einmal erreichtes Gewicht, Hunger- und Sättigungssignale arbeiten gegen die eigene Disziplin. Genau dort setzt das Medikament an — als Unterstützung einer Lebensstiländerung, nicht als deren Ersatz.

Grundsätzlich geeignet, wenn …

—BMI größer 30, oder BMI größer 27 mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen
—bisherige Abnehmversuche nicht ausreichend erfolgreich waren
—keine medizinischen Gründe dagegensprechen
—Sie bereit sind für eine ärztlich begleitete Behandlung

BMI berechnen

Rechner der DAG →

Formel und Einteilung nach der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.

— Werte eintragen für Ihr Ergebnis.

Der BMI ist ein Richtwert und berücksichtigt weder Muskelmasse noch Fettverteilung. Maßgeblich bleibt die ärztliche Beurteilung.

Wichtig: Die endgültige Beurteilung erfolgt immer individuell im ärztlichen Gespräch. Nicht geeignet ist die Therapie u. a. in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestimmten Vorerkrankungen.

Kosten

Was die Behandlung über drei Monate kostet.

In den ersten drei Monaten fallen die meisten Termine an: das Erstgespräch, eine Laborkontrolle und das schrittweise Auftitrieren der Dosis. Insgesamt liegen Sie in diesem Zeitraum bei etwa 700 bis 1.200 € — je nachdem, welches Medikament für Sie infrage kommt.

ca. 200 €

Ärztliche Begleitung und Labor

Einmalig das Erstgespräch, danach drei bis vier Verlaufskontrollen im Abstand von etwa drei Wochen und eine Laborkontrolle im Verlauf.

Im Erstgespräch enthalten
—Ausführliche Anamnese und Zielbesprechung
—Körperliche Untersuchung und Blutdruckmessung
—EKG zur Beurteilung der Herzfunktion
—Blutabnahme mit umfassender Laboruntersuchung und Besprechung
—Auswahl des geeigneten Medikaments
Bei jeder Verlaufskontrolle
—Gewicht, Körperfett- und Muskelanteil
—Kontrolle der Laborwerte
—Verträglichkeit und Nebenwirkungen
—Anpassung der Dosis, wenn nötig

Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der genaue Betrag hängt vom Umfang des jeweiligen Termins und davon ab, welche Blutwerte bestimmt werden müssen.

ca. 500 – 1.000 €

Medikament über drei Monate

Der größere Teil der Kosten entfällt auf das Medikament selbst. Es ist in den Praxisleistungen nicht enthalten und wird über Ihre Apotheke abgerechnet — wir stellen das Privatrezept aus.

Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt vom Wirkstoff und von der Dosis ab: Semaglutid liegt derzeit bei etwa 170 bis 280 € im Monat, Tirzepatid darüber. In der Einstiegsphase sind die Dosen niedriger und damit auch die Kosten.

Welches Präparat am besten geeignet ist, wählen wir gemeinsam im Erstgespräch aus. Seit September 2026 steht Semaglutid auch als Tablette zur Verfügung — eine Alternative zur Spritze, die wir mit Ihnen besprechen.

Bleibt die Therapie längerfristig bestehen, werden die Kontrollabstände größer und die ärztlichen Kosten sinken. Auf ein Jahr gerechnet sind für das Medikament je nach Präparat und Dosis etwa 2.000 bis 4.500 € realistisch.

Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie von uns eine schriftliche Aufstellung der zu erwartenden Kosten. Alle Angaben sind Richtwerte, Stand 2026. Die Behandlung ist eine Selbstzahlerleistung (IGeL); die gesetzliche Krankenkasse übernimmt weder Medikament noch Begleitung, bei privater Versicherung hängt eine Erstattung vom Tarif ab.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Abnehmspritze

Ab welchem BMI bekommt man die Abnehmspritze?

+

Ab einem BMI von 30 gilt die Behandlung als medizinisch indiziert. Ab einem BMI von 27 ist sie möglich, wenn zusätzlich eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt — etwa Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, eine Fettstoffwechselstörung oder Schlafapnoe. Ihren BMI können Sie oben auf dieser Seite ausrechnen; die Zahl allein entscheidet aber nicht. Maßgeblich ist die Gesamtbeurteilung im Erstgespräch.

Was kostet die Abnehmspritze mit ärztlicher Begleitung?

+

Über die ersten drei Monate liegen die Gesamtkosten bei etwa 700 bis 1.200 €. Davon entfallen rund 200 € auf die ärztliche Begleitung und die Laborkontrollen, die wir nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. Der größere Teil ist das Medikament selbst: je nach Wirkstoff und Dosis etwa 500 bis 1.000 € für drei Monate, abgerechnet über Ihre Apotheke. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie von uns eine schriftliche Kostenaufstellung.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Abnehmspritze?

+

Nein. Medikamente zur Gewichtsreduktion sind in Deutschland gesetzlich von der Erstattung ausgeschlossen — sie gelten nach § 34 SGB V als Lifestyle-Arzneimittel. Auch die ärztliche Begleitung ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und damit Selbstzahlerleistung. Ob eine private Krankenversicherung sich beteiligt, hängt vom Tarif ab; fragen Sie dort vor Therapiebeginn nach.

Wer darf die Abnehmspritze verschreiben?

+

Jede Ärztin und jeder Arzt darf die Abnehmspritze verschreiben — die Präparate sind verschreibungspflichtig, aber nicht an eine Facharztgruppe gebunden. Entscheidend ist nicht die Fachrichtung, sondern dass vor dem Rezept eine körperliche Untersuchung, ein Labor und eine Prüfung der Gegenanzeigen stehen und dass der Verlauf begleitet wird. Genau so gehen wir in unserer Praxis vor.

Wie schnell nimmt man mit der Abnehmspritze ab?

+

Nach Erreichen der wirksamen Dosis ist eine Abnahme von etwa einem halben bis einem Kilogramm pro Woche üblich. In den ersten Wochen ist es meist weniger, weil die Dosis erst langsam gesteigert wird. Über die gesamte Therapie sind je nach Wirkstoff 10 bis 20 Prozent des Körpergewichts erreichbar. Der Verlauf ist selten gleichmäßig — Phasen ohne Fortschritt gehören dazu und bedeuten nicht, dass die Therapie nicht wirkt.

Abnehmspritze oder Abnehmtablette — was ist besser?

+

Medizinisch sind beide Formen eine Option. Die Spritze zeigt in Studien etwas höhere Abnahmewerte, die Tablette erspart dafür die Injektion. Die Tablette muss allerdings nüchtern eingenommen werden, mit festen Vorgaben zu Wassermenge und Wartezeit bis zur ersten Mahlzeit. Was besser in Ihren Alltag passt, entscheiden wir gemeinsam im Erstgespräch.

Welche Nebenwirkungen hat die Abnehmspritze?

+

Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall, Völlegefühl und Bauchschmerzen, meist in den Tagen nach einer Dosissteigerung und in der Regel vorübergehend. Selten, aber wichtig zu kennen sind Gallensteine, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und der Verlust von Muskelmasse bei zu geringer Eiweißzufuhr. Bei starken anhaltenden Oberbauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen oder einer Gelbfärbung von Haut und Augen melden Sie sich bitte unverzüglich.

Welche Blutwerte werden vor und während der Therapie kontrolliert?

+

Vor Therapiebeginn nehmen wir Blut ab: Blutbild, Blutzucker und HbA1c, Leber- und Nierenwerte, Blutfette, Schilddrüsenwerte sowie die Werte der Bauchspeicheldrüse. Dieses Ausgangsbild zeigt, ob etwas gegen die Therapie spricht oder eine andere Wirkstoffwahl nahelegt. Im Verlauf kontrollieren wir regelmäßig, ob Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse die Therapie gut vertragen, ob Blutzucker und Blutfette sich wie erwartet verbessern und ob bei stark reduzierter Essensmenge ein Mangel entsteht, etwa an Eisen, Vitamin B12 oder Vitamin D. Viele dieser Veränderungen spürt man nicht — man sieht sie nur im Labor.

Muss ich die Abnehmspritze dauerhaft nehmen?

+

Nicht zwingend, aber ein Absetzen will geplant sein. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die das Medikament behandelt und nicht heilt; nach dem Absetzen nimmt ein Großteil der Betroffenen wieder zu. Ob eine längerfristige Therapie, eine reduzierte Erhaltungsdosis oder ein geplantes Ausschleichen mit engen Kontrollen der richtige Weg ist, besprechen wir im Verlauf — und zwar schon, bevor die Therapie beginnt.

Was passiert, wenn ich die Abnehmspritze absetze?

+

Hunger- und Sättigungsgefühl kehren weitgehend in den Ausgangszustand zurück, und das Gewicht steigt bei vielen wieder an. In der Nachbeobachtung der STEP-1-Studie hatten die Teilnehmenden rund ein Jahr nach dem Absetzen etwa zwei Drittel der verlorenen Kilogramm wieder zugenommen. Das ist kein persönliches Versagen, sondern eine erwartbare Reaktion des Körpers. Ein tragfähiges Konzept aus Ernährung, Krafttraining und weiterer Begleitung ist deshalb der wichtigste Teil des Therapieendes.

Kann ich die Abnehmspritze ohne ärztliche Begleitung online bestellen?

+

Davon raten wir ausdrücklich ab. Außerhalb des regulären Apothekenvertriebs kursieren Fälschungen mit unbekanntem Inhalt. Ohne ärztliche Kontrolle bleiben außerdem Vorerkrankungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und beginnende Nebenwirkungen unerkannt — genau das, was die Therapie sicher macht, entfällt.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

+

Bei den wöchentlichen Präparaten können Sie die Dosis in der Regel nachholen, wenn der geplante Termin nicht mehr als einige Tage zurückliegt; danach wird der gewohnte Rhythmus fortgesetzt. Verdoppeln Sie die Dosis nicht. Im Zweifel melden Sie sich bei uns, bevor Sie spritzen.

Bin ich während der Therapie im Alltag eingeschränkt?

+

In der Regel nicht. Zu beachten sind die zeitlichen Abstände zu anderen Medikamenten, ein zurückhaltender Umgang mit Alkohol und der Hinweis, dass vor geplanten Operationen mit Narkose das Präparat rechtzeitig angesprochen werden muss, weil der Magen sich langsamer entleert.

Die Abnehmspritze (GLP-1-Rezeptoragonist) ist verschreibungspflichtig und wird ausschließlich nach ärztlicher Indikation verordnet. Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ergebnisse sind individuell verschieden. In dringenden Fällen wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall an die 112.